Mozarts Zauberflöte statt Zirkeltraining

 

Wenn selbst die kleinsten Zuschauer vom Spiel auf der Bühne ganz fasziniert sind und sich freudestrahlend ins Geschehen einbeziehen lassen, dann haben die Schauspieler und Sänger wohl alles richtig gemacht. So war es auch in der zur „Opernbühne“ umfunktionierten Rudi-Erhard-Halle in Burglauer, wo die „Kölner Opernkiste“ mit dem Stück „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart die Kindergartenkinder und Grundschüler sowie die Erzieherinnen und Pädagogen begeisterte.

So ein komischer Vogel! Aber der lustige Papageno hatte gerade den Prinzen Tamino vor der bösen Schlange gerettet. Kindgerecht und aufs Wesentliche reduziert, führte die „Kölner Opernkiste” Mozarts bekannteste Oper mit der Feuer- und Wasserprüfung auf, bei der das Böse besiegt wird und das Gute zur wunderbaren Partnerfindung führt: Tamino bekommt Pamina, Papageno seine Papagena. So einfach kann man die „Zauberflöte” inszenieren.

Immer wieder waren die Kinder gefordert, selbst in das lebhafte Geschehen einzugreifen. Und das taten sie mit Begeisterung. „Lebe ich noch?“, sang Tamino auf dem Boden liegend. Gerade hat er den Kampf mit der Schlange beendet. „Ja, ja“, riefen ihm die Kinder zu, in der gleichen Lautstärke wie der Profibariton, der die Zuhörer ziemlich beeindruckte.

„Unsere Intention war, den Zugang zur klassischen Musik kindgerecht anzubahnen und Interesse und Neugier für diese etwas andere Art der Musik bei den Kindern zu wecken“, erläuterte Grundschulrektorin Inga Palma. Mit Mozarts „Zauberflöte“ war wohl auch ein Volltreffer gelungen, mit dem wohl neue große und kleine Opernfans gewonnen wurden. Nebenbei lernten die Kinder sehr viel über das Genre. Sie erfuhren, was eine Oper ist und etwa, worin der Unterschied zwischen Sopran, Tenor und Bariton liegt. Verstand es die „Kölner Opernkiste“, doch, diese Form der Musik und Schauspielerei unmittelbar und voller Spaß erlebbar zu machen.

„Wir möchten dabei vermitteln, dass Oper das Selbstverständlichste und Natürlichste der Welt sein kann“, wollten die Künstler des Ensembles, die häufig in Schulen auftreten, den Kindern den Zugang zur klassischen Musik und letztlich zur Oper schaffen.

225 Jahre nach der Uraufführung zählt die Zauberflöte auch heute noch zu den meistaufgeführten Bühnenwerken weltweit. Zu Recht, denn auch die Kinder in Burglauer waren von der fabelhaften Geschichte begeistert und bedankten sich mit reichlich Applaus.