Die Geschichte unserer Schule


Bis 1900


Die frühesten Hinweise auf eine Schule in Burglauer sind aus dem ausgehenden 16. Jahrhundert überliefert.  Zu dieser Zeit war es so, dass entweder die Gemeindeversammlung im Einvernehmen mit der Obrigkeit sich selbst einen Lehrer wählen konnte, oder es akzeptieren musste, wenn ihnen von der Kirche ein Lehrer zugewiesen wurde. Das Volksschulwesen in Burglauer war also von seinem ersten Erscheinen an unter kirchlicher Aufsicht und Leitung gestanden.  Frankenfürst Julius Echter hatte alle Landschulen des Hochstifts der geistlichen Aufsicht unterstellt. Außerdem stand auch bei Echters Schulkonzept die religiöse Erziehung im Vordergrund und nur in einem Nebensatz wurden Lesen und Schreiben erwähnt.

 

Für den finanziellen Unterhalt von Lehrer und Schule musste die Gemeinde selbst aufkommen. Es steht geschrieben, dass die Gemeinde Burglauer ein Schulhäuschen besaß, das wahrscheinlich für lange Zeit zur Unterrichtung der Kinder und gleichzeitig als Wohnung für den Lehrer diente.

Die Entlohnung der Lehrertätigkeit war so gering, dass der Lehrer noch verschiedenen anderen Tätigkeiten nachgehen musste, um sich und seine Familie ernähren zu können. Zumeist hatte der Lehrer auch den Kirchnerdienst inne, spielte die Orgel und ging oft auch noch der Tätigkeit des gemeindlichen Gerichtsschreibers nach. Die Bezahlung erfolgte durch Geld und vor allem durch Naturalien, wie Brot, Korn und Holz. Die Redewendung des "armen Schulmeisterleins" war also bittere Realität.


Aus dem Jahr 1831 ist bekannt, dass 115 bis 120 Werktagschüler und 55 bis 60 Sonntagsschüler den Unterricht in der Schule Burglauer besuchten. Dieser Unterricht wurde zu einem Großteil von nur einer Person bestritten. Das Niveau der Schule war in diesen Zeiten auf einem niedrigen Stand.  Ab ca. 1900 gab es neben dem Lehrer auch eine Industrie- u. Handarbeitslehrerin. Diese waren entweder die Ehefrau des Lehrers oder Frauen aus dem Dorf.

Was sich an äußerer und innerer Not in so manchen Kinderherzen abgespielt haben mag, wenn sie als Schüler in ein enges Klassenzimmer gepfercht, den Rohheiten von Mitschülern und den Zornesausbrüchen eines überforderten Lehrers ausgeliefert waren, mag man sich gar nicht vorstellen. Nicht selten kam noch die häuslichen Enge kinderreicher Familien hinzu und der damit einhergehende Mangel (z.B. kein eigenes Bett zu haben).


Nach langem Aufschub, aufgrund von Überschuldung von Seiten der Gemeinde Burglauer, wurde 1845-1846 der Forderung von der Regierung in Würzburg nachgegeben und ein neues Schulgebäude errichtet. Auch der immer wieder hinausgeschobene, von Inspektoren aber dringend empfohlene Einsatz einer zweiten Lehrkraft wurde 1856 endlich umgesetzt. Anstatt einen zweiten erfahrenen Lehrer einzustellen, wurde aus Geldgründen nur die Stelle als Hilfslehrer eingerichtet.

 

Im Jahr 1862 wurde erstmalig ein Schulgeld von jedem Schüler eingefordert. Das Geld für Schüler aus armen Familien wurde aus der Gemeindekasse gezahlt. Bereits um 1890 wurde das Schulgeld offenbar wieder abgeschafft.

 

Schon im 19. Jahrhundert wurde Umsetzung der Schulpflicht angestrebt. Dies ist in Burglauer ab 1863 dokumentiert.  Seit dieser Zeit gibt es namentliche Aufzeichnungen über jeweils zum 1. Mai neu eingeschulte Kinder. Vor allem aber wurden Schüler, die durch Nachlässigkeit im Schulbesuch aufgefallen waren, mit Namen und der gegen sie verhängten Geldstrafe in diesen Niederschriften festgehalten.

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Ab 1900


Seit Juni 1914 wird die Sonntagsschule als Volksfortbildungsschule bezeichnet und die bisherige Werktagsschule als Volkshauptschule.

 

Durch das Volksschullehrergesetz vom 14.08.1919 war der Volksschullehrer nicht mehr Angestellter der Gemeinde, sondern Staatsbeamter mit einer entsprechenden staatlichen Besoldung geworden.

 

Aus jährlichen Berichtsbögen geht hervor, dass der 1. Lehrer die Klassenstufen vier bis sieben und der zweite Lehrer die ersten drei Klassenjahrgänge und zwar Buben und Mädchen gemischt unterrichtete. Während der untere Schulsaal  im Schulhaus einen Mittelgang zwischen den Bankreihen der Buben und Mädchen hatte, erlaubten die beengten Verhältnisse im oberen Schulzimmer eine solche Trennung nicht.

Hauptlehrer Vitus Krieg mit seiner Schülerschaft 1925

(Fotovorlage Siegbert Fries)

In den Jahren des Nationalsozialismus bewegten sich die Schülerzahlen zwischen 150 und 170 Kindern. Sie mussten von zwei Lehrkräften - zwei weitere erteilten Religion und Handarbeit - teilweise im Schichtunterricht schulisch versorgt werden. Die räumlichen Verhältnisse waren sehr beengt, zumal 1938 auch noch das achte Schuljahr eingeführt wurde. Das Schulhaus befand sich mittlerweile in einem schlechten baulichen Zustand.

 

Bis 1947, also 90 Jahre lang, wurde die gesamte Schülerzahl in Burglauer - zuletzt 195 Volksschüler und 32 Berufsschüler der landwirtschaftlichen Berufsschule - von zwei Lehrern unterrichtet. Erst zum 01.10.1947 wurde eine dritte Lehrerstelle eingerichtet.

 

1947 wurde aus den 198 Volksschülern vier Klassen mit jeweils zwei Jahrgängen gebildet, die von drei Lehrkräften im Schichtunterricht beschult werden mussten. 

 

1948 schreibt die damalige Schulleiterin von einem erbarmungswürdigen inneren und äußeren Zustand des Schulhauses, nicht zu sprechen von den Nebengebäuden, die dem Einstürzen nahe waren. Über die Beschaffenheit der Schüler- u. Lehreraborte wollte sie lieber schweigen. Die Kissinger Baubehörde ordnete nach Besichtigung den Abriss der Nebengebäude und der Abortanlagen an. Dies wurde von den Dorfbewohnern in Fronarbeit erledigt, ebenso der Wiederaufbau, der zum Jahreswechsel 48/49 fertiggestellt wurde.

 

1950 konnte aufgrund rückläufiger Schülerzahlen der Unterricht für 162 Schüler in drei Klassen abgehalten werden. 1952 wurde ein dritter Schulsaal bezogen, der durch Verkleinerung der Lehrerwohnung geschaffen worden war.

 

1956 führte die Schulleiterin eine erste Besprechung mit Bürgermeister und Gemeinderat bezüglich der Dringlichkeit eines Schulneubaus, mit dem dokumentierten Ergebnis: Schulleiterin erlitt Niederlage. 

Bis 1962 sollte sich der Beginn des Schulneubaus noch hinziehen. Bis dahin stiegen die Schülerzahlen (nach einem kriegsbedingten Tiefststand 1956 von 115 Kindern) wieder auf 164 Kinder an.

 

1961 wurde eine vierte Lehrerstelle eingerichtet und am 19.07.1964 die neue Schule offiziell eingeweiht. Der Schulneubau, der südöstlich des Dorfes in der Flurabteilung Kehrrain vorgenommen wurde, umfasste 4 Klassenzimmer, eine Schulküche, einen Werkraum und eine Schulturnhalle.

1968 begannen Diskussionen, um die Gründung einer Verbandsschule, durch den Zusammenschluss von Schulen verschiedener Orte mit dem Ziel, die Mehrjahrgangsklassen durch Einjahrgangsklassen abzulösen.


1969 wurde die 9. Jahrgangstufe eingerichtet. Die endgültige Regelung der Neugliederung der Volksschulen im Landkreis trat für das Schuljahr 1971/72 in Kraft: Die Schülerjahrgänge 7 mit 9 wurden in die Hauptschule nach Münnerstadt eingeschult. Dafür wurden die Schülerjahrgänge 1 mit 6 aus Reichenbach der Grund- u. Teilhauptschule Burglauer zugeteilt. So entstand in dieser Grund-u. Teilhauptschule mit der Bezeichnung "Verbandsschule Burglauer" erstmals in ihrer Geschichte eine in sechs Jahrgangsklassen durchgegliederte Schule mit sechs Lehrkräften. Die dadurch zusätzlich benötigten zwei Klassenzimmer wurden zunächst durch Umwandlung der Fachräume erlangt. In diesem Jahr wuchs die Schülerzahl auf 230 Kinder an.  

 

Im Jahr 1986 wurde erstmals über die Notwendigkeit einer baulichen Schulerweiterung im Hinblick auf Schaffung von zwei weiteren Schulsälen diskutiert. In den folgenden Jahren stiegen die Kinderzahlen an, so dass erstmals ein erster Jahrgang in zwei Klassen geteilt wurde.

 

1989 wurden 164 Kinder in acht Klassen unterrichtet (die Jahrgänge 2 und 3 jeweils geteilt).
Durch den Um- und Erweiterungsbau des benachbarten Heimat-Centers war die Voraussetzung für die Verlegung des Schulturnunterrichts aus der kleinen schuleigenen Halle geschaffen, deren Umwandlung in Klassenzimmer nun nichts mehr im Wege stand.

 

Seit Herbst 1990 wird die Schulleitung in einem erweiterten und mit einer PC-Anlage ausgestatteten Büro durch eine teilzeitbeschäftigte Verwaltungskraft unterstützt.

 

Die vorerst letzte große Maßnahme war das Erweiterungs- und Sanierungsprojekt von Schule und Außenanlagen in den Jahren 1994 bis 1996. In den Sommerferien 1994 wurde die Innensanierung durchgeführt, die elektrischen Anlagen erneuert, Fenster eingebaut, die sanitären Einrichtungen auf Vordermann gebracht und die Malerarbeiten ausgeführt. In den Osterferien 1995 folgte mit der Dachsanierung der nächste Bauabschnitt. Pfingsten 1995 wurden die Außenanlagen fertiggestellt. Die Sommerferien dienten für die Erneuerung der Außenfassaden. Das Dach der alten Turnhalle wurde in den Osterferien 1996 gedeckt. Im Sommer 1996 folgte der letzte Bauabschnitt, bei dem die Heizung von Öl auf Erdgas umgestellt wurde.

Quelle: Ortschronik 1100 Jahre Burglauer

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Schulentwicklung von 1999 – 2015

 

Die Volksschule Burglauer verzeichnete ab 2001 einen starken Rückgang der Schülerzahlen.

Die war bedingt durch:

  • durch die starken Geburtenrückgänge in den beiden Gemeinden Burglauer und Reichenbach
  • durch die Auflösung der Schule als Teilhauptschule 2007
  • verstärkte Tendenz zu Privatschulen

Burglauer ist seit 2007 eine reine Grundschule.

Die Schülerzahl für das Jahr 2011/12 lag bei 75 Schülern. 

Im Schuljahr 2012/13 erhöhte sich die Schülerzahl auf 84 Schüler und die Klassenanzahl auf 5 Klassen. 2013/14 besuchten 91 Grundschüler verteilt auf 5 Klassen die GS Burglauer, im Jahr 2014/15 waren es 101 Schüler in 6 klassen.


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Dorf- und Schulgeschichte von Schülern veranschaulicht