Windräderbau in der 3. Klasse

 

Erwartungsvoll versammelten sich die Schüler der dritten Klasse schon vor acht Uhr am Bahnhof in Burglauer. Mit dem Zug ging es nach Schweinfurt in die Wissenswerkstatt. Dort finanzieren die großen Schweinfurter Industriebetriebe kostenlose Kurse für Kinder und Jugendliche, um diese an Technik heranzuführen.

Auf dem Programm stand das Erstellen eines einfachen Stromkreises zum Betreiben eines Windrades. Nach einem mit Erstaunen verfolgten Experiment, bei dem aus einer Zitrone und zwei verschiedenen Leitern ein Stromkreis mit messbar fließendem Strom erzeugt wurde, gingen die Kinder eifrig an die Arbeit.

Zunächst musste mit einem  elektrischen Bohrer ein Loch in eine Trägerplatte gebohrt werden. Die Mädchen bekamen wegen ihrer langen Haare aus Sicherheitsgründen ein Haarnetz verpasst.

Das Festschrauben des Holzklötzchens und des Motors erwies sich für manche Kinder schon als Hürde. In einem nächsten Schritt mussten Reißnägel, Batteriehalter und Lämpchenfassung angebracht werden. Die Kinder lernten den Umgang mit einer Abisolierzange und bereiteten passende Kabelstückchen vor.

Nun kam die schwierigste Aktion: Die abisolierten Kabelenden mussten mit dem 400 Grad heißen Lötkolben und einem Lötdraht an den richtigen Stellen fixiert werden. Hilfreich dabei war eine sogenannte dritte Hand, d.h. ein Ständer mit zwei Krokodilklemmen, unerlässlich eine Schutzbrille. Im Raum herrschte konzentrierte Stille, überall stiegen kleine Rauchwölkchen von dem geschmolzenen Zinndrähten auf; in regelmäßigen Abständen ertönte heftiges Gejammer, weil so mancher Finger zu nahe an den Lötkolben geraten war. Eine Büroklammer wurde zu einem Wechselschalter umfunktioniert und festgelötet.

Endlich das  erste Strahlen: Es läuft! Immer mehr Windräder wurden freudig als Ventilatoren benützt und überall leuchteten Lämpchen auf. 

In den nächsten Tagen werden die Schüler im Deutschunterricht lernen, wie man einen Dankbrief verfasst.

Vorsichtig trugen die Kinder ihre Werke zum Zug um sie daheim stolz ihren Familien vorzuführen. 

Für alle stand fest: Im nächsten Schuljahr kommen wir wieder und bauen ein Luftkissenfahrzeug.